Gabriel Wernly Duo Wernly Walter Gabriel Walter

Konzertreihe «Conaissez-vous»
Laufenburg, 13. Dezember 2007

«Den beiden Interpreten gelang es bestens, mit diesen verschiedenartigen musikalischen Ausdruckswelten umzugehen. Die Beethoven-Sonate strich Wernly mit breitem Bogen und in energisch auftrumpfender Diktion, hochfahrend und rhetorisch. Da kommt es nicht so sehr auf tonliche Delikatessen an, passte auch der etwas harschere Strich des Cellisten und das klare, sachliche und dynamische Klavierspiel seines Duopartners, waren Klavier und Cello gleichberechtigt.
Wenn gefordert, wie bei Schumanns Welt der Poesie und Leidenschaft, entfaltet der Cellist den großen romantisch schwelgerischen Ton. Bei Webern setzten die Musiker die Klangfarben und kleinsten Klangschattierungen in diesen knapp formulierten Stücken differenziert und im Geiste eines musikalischen Expressionismus mit starken expressiven und gestischen Momenten sowie lyrischen Akzenten um. Auch Poulenc nahmen der Cellist und sein verlässlicher und souveräner Mitgestalter beim Wort. Sie spielen diese ‹Zirkusmusik› mit ihrem chamäleonartigen Charakter, ihren melodischen Anspielungen und Stil-Kommentaren auf eine vergangene große Epoche voller Esprit, Witz, Klarheit und Charme, mit entwaffnender Jovialität – ein musikalisches Vergnügen.» (Jürgen Scharf in Südkurier, 15. Dezember 2007)

«Wer an diesem Abend im illuminierten Städtchen die Gassen zum Gerichtsgebäude hoch stieg, erlebte zwei sehr motivierte und engagierte junge Interpreten mit einem klug ausgewählten Programm. Wernly und Walter spielten nicht nur den Webern bewundernswert konzentriert, nuanciert auch im Feinsten, aussagekräftig und klanglich auf den Punkt gebracht. Auch in der Beethoven·Sonate g-Moll op. 5 Nr. 2 beeindruckte der Schweizer Cellist mit fülligem, dunkel strömendem Ton, energischem Bogenstrich. Dank Wernlys vehement bewegtem Espressivo-Spiel und dem klaren, souveränen Klavierspiel seines Duopartners hörte man eine Beethoven-Wiedergabe von einiger Dichte, Kraft und Spannung. Schön zu beobachten auch, wie aufmerksam der Pianist auf den Cellisten reagierte, so dass das Duospiel der beiden instinktiv gut zusammen lief. Schwelgerisch-romantisch wirkte Wernlys Celloklang auch in Schumanns Fantasiestucken op. 73, die auch gebührend differenziert dargestellt wurden: voller Tiefe und Ernst im ersten Stück, spielerisch·lebhaft im zweiten und feurig-leidenschaftlich im dritten.
Besonderes Hörvergnügen bereitete nach der Pause die Cellosonate von Francis Poulenc. Das ist reizvolle französische Musik, die augenzwinkernd mit den verschiedensten Genres flirtet, mit einem Hauch Theatermusik, Tanzmusik, Revue- oder Zirkusmusik, aber auch mit Anspielungen auf Chopin, Ravel oder Fauré liebäugelt. Die beiden Schweizer Musiker spleiten diese Sonate voller Humor und Spielwitz, zeigten aber auch viel Gespür für das Klangsinnliche und Schwärmerische, das darin steckt. So farbig, charmant und launig aufgeführt, war diese Sonate von Poulenc der beste Beweis dafür, wie unterhaltsam und amüsant ‹E-Musik› sein kann.» (Roswitha Frey in Badische Zeitung, 15. Dezember 2007)

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