Gabriel Wernly Duo Wernly Walter Gabriel Walter

Zwinglihaus, Langenthal
22. Oktober 2003

«Auf dem Programm standen bekannte und beliebte Sonaten von Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms. Das Duo Wernly-Walter überzeugte durch hervorragende Technik und kontrastreiche, gut nachvollziehbare, interpretatorische Gestaltungen der Werke.

Beethovens Sonate A-Dur op. 69 gehört wohl zu den meistgespielten Cellosonaten des Meisters. Eindrücklich führte Wernly das schöne kantable Thema auf dem Cello ein, um es später vom Klavier übernehmen zu lassen. Die breit strömende Melodie wurde energisch von einem rasenden Cellothema unterbrochen, das höchste Ansprüche an die Spieltechnik des Cellisten stellte. Die Rückkehr der süssen, ruhigen Melodie des Anfangs leitete über zum nächsten – tänzerisch verträumten – Satz, der sich durch schwierige Doppelgriffpassagen des Cellos auszeichnete. Der letzte Satz kehrte zu der träumerischen Anfangsmelodie zurück, um sie zu intensivieren und weiterzuentwickeln. Rasante Klavierläufe und das dicht gewobene Finale zeigten, wie virtuos Gabriel Walter sein Instrument beherrscht.

Auch die Sonate F-Dur op. 99 von Johannes Brahms stellte nicht weniger hohe Ansprüche an die beiden Musiker Wernly und Walter. Sehr schön durchfühlt und mit Berücksichtigung der einzelnen Sequenzen wurde das bewegte und gleichermassen unruhige Motiv eingeführt. Durch geschickt gesetzte Akzentuierung und aufreizendes Tremolo der beiden Instrumente bleibt die Spannung dieser Unruhe durch den ganzen ersten Satz erhalten. Der zweite Satz stellte den Gegenpol zum ersten dar. Warmherzig und emotional gespielt, fühlte er sich wie eine zarte Liebkosung an. Doch diese Ruhe währte nicht lange. Die Dramatik des ersten Satzes fand in den letzten zwei Sätzen ihre Vollendung.

Mit einem lang anhaltenden Applaus und Bravorufen bedankte sich das Publikum bei den beiden für das wunderbare Konzert.» (Jana Fehrensen im Langenthaler Tagblatt, Oktober 2003)

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