Gabriel Wernly Duo Wernly Walter Gabriel Walter

Zwinglihaus, Langenthal
1. September 2006

«Gleich zu Beginn erklang die Gambensonate g-Moll BWV 1029 von Johann Sebastian Bach in der Fassung für Cello und Klavier, die vor allem im sehr gefühlvoll interpretierten zweiten Satz zu voller Entfaltung kam.

Mit dem zweiten Werk des Abends, der Suite Italienne von Igor Stravinsky, spannten die Protagonisten einen interessanten Bogen zwischen dem 20. und dem 18.Jahrhundert. Die Suite geht auf Stravinskys Ballett ‹Pulcinella› (1919/20) zurück, das seinerseits auf der Bearbeitung von Werken des Komponisten Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736) basiert. Die beiden Musiker zeigten sich den technischen Herausforderungen gewachsen. Sie vermochten zudem in ihrer Interpretation den doppelten Bezug der Suite aufzuzeigen, und neben dem Kompositionsstil der Dreissigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts auch die ursprüngliche Musik von Pergolesi durchblitzen zu lassen.

Nach einer kurzen Pause folgte ein Werk von Giovanni Battista Pergolesi selber. In der ‹Sinfonia in F› verdeutlichten die beiden Interpreten die Bezugspunkte zwischen den beiden Komponisten, ohne dabei die Leistungen der beiden zu schmälern. Mit der Wahl der ‹Sonata in C› von Benjamin Britten stellten Wernly und Walter nicht nur ihre technische Versiertheit, sondern auch interpretatorische Flexibilität und Vielseitigkeit unter Beweis. Ihre expressiv-dramatische lnterpretation zeigte die Klasse der beiden Spieler.

Ein Höhepunkt des Konzertes waren sicherlich der dritte und der vierte Satz, die Gabriel Wernly sein ganzes Können abverlangten. Doppel- und Quadrupelgriffe, Basstriolen und dann doch ein sanft verklingender, durchfühlter Ton – eine wahrlich anspruchsvolle Aufgabe. Das Duo verabschiedete sich von seinem begeisterten Publikum mit Leos Janaceks ‹Presto› als Zugabe.» (Jana Fehrensen im Langenthaler Tagblatt, September 2006)

› Zurück zur Chronik